Friedensforschung mit der Maus

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Sonntag, 29. April 2018

Anti-Komintern, Nazis und Nazi-Kollaboration

Eine bedeutende Alternative zur Bekämpfung von Terrorherrschaft mit militärischen Mitteln ist es, sich mit politischen Mitteln dafür einzusetzen, dass ihr Entstehen und Erstarken verhindert wird. Dazu gehört in erster Linie, selbst keinen Schaden anzurichten ("do no harm"); d.h., Kräfte, die ihre Bereitschaft zu Unterdrückung und verbrecherischer Gewalt erkennen lassen, nicht zu unterstützen.
Aus der Geschichte der organisierten, internationalen Kommunismus-Bekämpfung und ihrer Rolle bei der Stärkung der Nazi-Ideologie und -Bewegung ist einiges darüber zu lernen, wie man Schaden anrichten kann (und welche Muster im Sinne von "do no harm" dementsprechend frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden wären).
In diesem Post möchte ich dazu vor allem Quellen zusammen stellen, zunächst ohne in die Interpretation einzusteigen. Übersetzungen bzw. Zusammenfassungen werde ich nach und nach ergänzen.



Die EIA - eine internationale antikommunistische Sammlungsbewegung


Sitz in Genf, gegründet 1924

L'Entente internationale anticommuniste (aussi connue sous le nom de Ligue internationale anticommuniste, Entente internationale contre la IIIe Internationale[1], Ligue Aubert ou simplement EIA) est une organisation de propagande anti-IIIe Internationale fondée en 1924 par Théodore Aubert et George Lodygensky. Elle avait pour siège social Genève[2].
Cette organisation bourgeoise et conservatrice va essayer d'enrayer le communisme international notamment en collaborant avec des ligues conservatrices allemandes comme le "Bund zum Schutz der abendländischen Kultur" traduit par "lutte pour la protection de la culture occidentale" dès 1929, ou en se faisant financer indirectement par le gouvernement nazi[3], par exemple via une officine semi-privée (mais qui est en fait elle-même subventionnée par le gouvernement d'Hitler), l'Union allemande des comités anticommunistes, aussi appelée Antikomintern.
En Suisse, elle aura des liens étroits avec la ligue d'extrême droite "fédération patriotique suisse"[4] qui était utilisée contre le grévistes notamment à partir de la grève générale suisse de 1918.
https://fr.wikipedia.org/wiki/Entente_internationale_anticommuniste







Aus dem Bestandskatalog zu EIA Dokumenten bei der Universität von Genf 
Bibliothèque de Genève
Catalogue des manuscrits
Archives de l'Entente internationale anticommuniste (EIA)
1924-1949
© BGE, Genève, 2016
http://w3public.ville-ge.ch/bge/odyssee.nsf/Attachments/arch_eia_900_901_3001_3183frameset.htm/$file/arch_eia_900_901_3001_3183.pdf



- Relations Entente-milieux religieux catholiques et protestants allemands
- Eckart-Verlag (Adolf Ehrt) et autres maisons d'édition
- Deutscher Bund zum Schutz der abendländischen Kultur (Emil Kuenzer, Werner von Alvensleben) (dès février 1930)
. Centre national allemand
- Relation France-Allemagne
Personne(s) : Alvensleben, Werner von; Ehrt, Adolf; Kuenzer, Emil



- Relations Allemagne-URSS

- Différend avec le Centre allemand (Vereinigung der freie Wirtschaft E.V., Widenmann, Danckwerts)
Personne(s) : Danckwerts, Hans; Widenmann, Wilhelm


- Correspondance avec le bureau de l'Antikomintern [Gesamtverband Deutscher antikommunistischer Vereinigung] à Berlin (1933-1942): Adolf Ehrt (dès 1933), Nils von Bahr (dès 1936)
- Congrès mondial antibolchévique 1935-1939 (Nils von Bahr)
- Allemagne 1937 (reportage tapuscrit)
- Allemagne 1933 et divers



Correspondance avec le prédicateur F. J. Krop, à Rotterdam (dès mai 1929): mouvement contre les persécutions religieuses en URSS (1930), puis secrétaire général de l'Entente fraternelle internationale pour la défense contre le bolchévisme sur le terrain moral et religieux, à Rotterdam (dès 1933); échanges entre l'EICTI [Georges Lodygensky ?] et l'Entente fraternelle au sujet des persécutions des juifs en Allemagne (avril-juin 1933)

(Hervorhebung in Fettdruck von mir - eine "brüderliche Verständigung" von 1933 zum Thema der Judenverfolgung in Deutschland ?


- Correspondance, notamment avec C. Fougner, de l'Union civique Norges Samfunnshjelp (NS), à Oslo (premier Centre national norvégien) (mai 1924-août 1928); démarches en Suède (notamment Norinder), au Danemark (notamment Haxthausen), en Allemagne (notamment von Berg et démarches en vue de la formation du Centre national allemand, 1925-1926), Autriche (notamment Prochazka); analyse de Fougner sur les Conférences EICTI (1926); rapport

- Divers correspondants, dont Vidkun Quisling, ministre de la défense (dès octobre 1931)
- "Comité économique et social" - Etude sur le création d'un Centre économique et social, présenté par les centres nationaux britannique Economic League, et belge SEPES [décision de la Conférence de La Haye, 1927] (juin 1928); questionnaire et réponses des centres de France, Suisse, Bulgarie, Grande-Bretagne, Allemagne, Pays-Bas.
Notes, rapports, mémoires (1925-1926). Imprimés et documents extérieurs: Economic League (1926)





Adolf Ehrt, Propagandist des antisemitischen Antibolschewismus

EIA-Mann und Nazi

Adolf Ehrt (geboren 31. August 1902 in Saratow, Russisches Kaiserreich; gestorben 28. Juni 1975 in München) war ein deutscher Soziologe. … Von 1931 bis 1933 leitete er die Abwehrstelle der deutsch-evangelischen Kirche gegen die marxistisch-bolschewistische Gottlosenbewegung im Evangelischen Pressverband für Deutschland.
Ehrt trat 1931 in die NSDAP ein, auf Einwände von Seiten des Evangelischen Pressverbands behauptete er bis 1935 einen Austritt aus der NSDAP, zahlte aber als Dr. Karsten, ähnlich dem Geburtsnamen seiner Frau, Margarete Carstens, weiterhin Parteibeiträge. Ehrt war Verfasser und Mitverfasser zahlreicher antikommunistischer Bücher und Broschüren, wurde am 7. September 1933 Vorsitzender des von Eberhard Taubert geleiteten Gesamtverband Deutscher antikommunistischer Vereinigungen, gründete am 16. November 1933 den Verein zur Pflege des Russischen Wissenschaftlichen Instituts in Berlin, e.V., wurde im April 1936 Redaktionsleiter der Zeitschrift "Volk" einem Organ der völkischen Bewegung.
Im Zweiten Weltkrieg wurde er beim Wirtschaftsstab Ost des Oberkommandos der Wehrmacht beschäftigt. Dieses Gremium wurde nach dem 8. Mai 1945 als Auswertungsstelle für ostwirtschaftliche Fragen, die von Adolf Ehrt geleitet wurde, vom Secret Intelligence Service weiter zum Thema Wirtschaft der Sowjetunion beschäftigt. Ehrt behauptete, im Januar 1953 von Ministerialdirektor Gottfried Schapper ein Exposé über die Funküberwachung der Sowjetunion zugesagt bekommen zu haben und fragte beim Sachbearbeiter der Hamburger Filiale der Bundesauskunftsstelle für den Außenhandel, Walter Peipe, ob weitere frühere Kollegen des Forschungsamtes sich in die Dienste von Elisabeth II. stellen wollten.
Im Rahmen der Neuverhandlung des Deutschlandvertrags 1955 wurde der Wirtschaftsstab Ost des OKW in den Bundesnachrichtendienst eingegliedert, wo Ehrt bis zur Pensionierung weiterbeschäftigt wurde.

https://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Ehrt


Verfasser von Hetzschriften im Sinne des antisemitischen Antibolschewismus
Im Namen der „Anti-Komintern“ Herausgeber von „Der Weltbolschewismus – „Ein internationales Gemeinschaftswerk über die bolschewistische Wühlarbeit und die Umsturzversuche der Komintern in allen Ländern. In Verbindung mit Sachkennern der ganzen Welt bearbeitet von Dr. Adolf Ehrt“. (Erschienen 1936 im Nibelungen-Verlag, „nicht öffentlich“).
Im ersten Kapitel, verfasst von Ehrt selbst, (S. 9 unten, letzter Satz) ist zu lesen:
"Im unmittelbaren Zusammenhang damit [d.h. mit dem Entstehen der Komintern, die weiter oben im Text als Ausdruck eines politischen „Satanismus“ beschrieben wird] stand damals und steht heute noch die Emanzipation des Judentums, eine historische Tatsache, die außerhalb Deutschlands heute leider noch nicht anerkannt wird.“
https://ia800406.us.archive.org/29/items/DerWeltbolschewismus3/Der%20Weltbolschewismus3.pdf



wird fortgesetzt
(bitte auch im Kommentarteil nach Ergänzungen sehen; Ergänzungen im Post führen zu lästigen Verschiebungen der Zeilen und Absätze)

Montag, 10. April 2017

Dresden

... Es ist keine gute Idee, wenn Nazi-Aufmärsche zur Instrumentalisierung von Jahrestagen von Städtebombardierungen mit demonstrativ fröhlichen Feiern gekontert werden, oder der lustige Slogan „Bomber Harris do it again“ aus der antifa-Mottenkiste gekramt wird (siehe z.B. http://www.focus.de/polit...).

Prompt tauchte das Bomber-Harris-Zitat in der „Schuldkult“-Rede von AfD-Kandidat Jens Maier auf, die er als Vorrede zu einem Höcke-Auftritt hielt. Über besagte Rede siehe z.B. http://www.zeit.de/gesell... ; den gesamten Redetext samt Bomber-Harris-Zitat findet man auf Webseiten, die mit Maiers Rede sympathisieren.

Trauer bei der Erinnerung an die Bombardierung von Dresden und anderer Städte mit Nazi-Sympathisantentum gleichzusetzen, gräbt Höcke und Gleichgesinnten nicht das Wasser ab, sondern gießt Wasser auf ihre Mühlen.

#3.23
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-04/parteiausschlussverfahren-bjoern-hoecke-afd-nationalsozialismus?cid=12463322#cid-12463322



Zitat aus dem in #3.19 verlinkten SPIEGEL-Interview:
"In Pforzheim etwa starb binnen einer Nacht fast ein Viertel der Bevölkerung, dort gab es Leid in einer ganz anderen Dimension, das aber heute außerhalb der Region weitgehend vergessen ist."

"... außerhalb der Region weitgehend vergessen" (im Gegensatz zu Dresden), das mag ja sein. Und innerhalb der Region?
Wenn man "Pforzheim" und "Nazi" googelt, bekommt man eine Fülle von Links, die auf eine lange lokale Tradition von Rechtsextremismus und -populismus hindeuten; oft in Verbindung mit Jahrestagen der Bombardierung.

Rechtsextremismus-Sympathisantentum bis in die Mitte der Gesellschaft hinein einerseits, antifa-Rigorismus gegenüber jeglicher Einbeziehung der Bombenopfer in ein trauerndes Gedenken andererseits könnten über lange Zeit eine spaltende Wirkung gehabt haben. - Siehe z.B. https://www.antifainfobla...

Heute:
Die 120 000-Einwohner-Stadt ist eine Hochburg der AfD. Sie knüpfte damit an eine lange Tradition rechtsextremer Parteien in Pforzheim an ...
http://www.stuttgarter-ze...
44 Prozent für die AfD ... im Pforzheimer Stadtteil Haidach. ...
http://www.swr.de/swraktu...

#3.25 (Link wie oben)

Sonntag, 3. April 2016

Widerstand in Hitlers Wehrmacht: Unterminierte die Forderung nach bedingungsloser Kapitulation ihre Wirkungsmöglichkeiten?


Viele Amerikaner erfuhren erst durch den Film Valkyrie mit Tom Cruise, dass es überhaupt einen deutschen Widerstand gegen Hitler gegeben hatte.

Obwohl die Strategie der "bedingungslosen Kapitulation" und der damit verbundenen Flächenbombardierungen überwiegend als die einzig mögliche gesehen wurde und wird, gab und gibt es auch Stimmen, die dies hinterfragen. Dabei spielt besonders die Überlegung eine Rolle, dass ein wachsender Widerstand von innen heraus, dessen Spitze im Attentat vom 20. Juli 1944 sichtbar wurde, aufgrund der Forderung nach "bedingungsloser Kapitulation" und dem davon ausgelösten Gefühl der totalen Aussichtslosigkeit im Falle einer Niederlage keine breitere Unterstützung innerhalb der Wehrmacht und in der Bevölkerung finden konnte.

Von Interesse ist das Thema nicht nur aus historischer Sicht, sondern auch im Hinblick auf heutigen Entscheidungen, z.B. im Kampf gegen islamistische Terrorgruppen. Welche Auswirkungen haben Luftangriffe, die auch die Zivilbevölkerung treffen, auf die Loyalitäten der Bewohner einer Region; wie wird Widerstand in der Bevölkerung gestärkt oder geschwächt?


Quellen zu diesem Thema u.a.:

David T. Zabecki - 1999
Unconditional surrender (q.v.) remains one of die war's more controversial policies. It was born of Roosevelt's concern that Stalin was losing confidence in the alliance in 1942. ... Therefore, he announced the doctrine of unconditional surrender at die Casablanca Conference, and Churchill reluctantly agreed.


Die Nationalbibliothek von Neuseeland hat eine Sammlung bemerkenswerter Titel zum Thema Anti-Nazi-Widerstand; darunter auch zu der Frage, welche Auswirkungen die Forderung nach bedingungsloser Kapitulation auf die Wirkungsmöglichkeiten des deutschen Widerstands hatte:

 
 
wird fortgesetzt

Freitag, 1. April 2016

Der Islam-/ Nazi-Vergleich


Zu Recht auf die Schippe genommen im amerikanischen Aeqivalent der Heute Show, der Daily Show: das Gleichsetzen des Islam mit Nazi-Deutschland und die daraus abgeleitete Aufforderung zum "Krieg gegen den Islam".
https://www.youtube.com/watch?v=hv-ZwM4QO_k
ab ca. 04:25 ("bring out the Nazi comparisons")


Invoking Nazis, Marco Rubio Hits Hillary Clinton for Not Saying U.S. Is at War With ‘Radical Islam’

NYT, Nov. 15, 2015

Senator Marco Rubio of Florida, arguing that the United States is “at war with radical Islam,” sharply criticized Hillary Rodham Clinton for declining to characterize the perpetrators of the Paris attacks in that way, invoking Nazi Germany to make his point.
“That would be like saying we weren’t at war with Nazis, because we were afraid to offend some Germans who may have been members of the Nazi Party but weren’t violent themselves,” Mr. Rubio said Sunday on ABC’s “This Week.”
At the Democratic debate on Saturday night, Mrs. Clinton said she was wary of “painting with too broad a brush” while describing Muslims and terrorism.
“I don’t think we’re at war with all Muslims,” she said. “I think we’re at war with jihadists. We are at war with violent extremism. We are at war with people who use their religion for purposes of power and oppression.”
 
Republican presidential candidates have repeatedly condemned Democrats like Mrs. Clinton for their reluctance to use the term “radical Islam” in describing how they would respond to the violence wrought by ISIS.
“As Hillary Clinton said last night, we are at war with radical jihadist terrorism, not an entire religion,” Brian Fallon, a Clinton campaign spokesman, said in an email Sunday. “The Republicans are focused on a phrase because they have no real strategy to confront the terrorist threat we face.”
Mr. Rubio on Sunday also called for the invocation of Article 5 of the North Atlantic Treaty, which declares an attack on one member of NATO as an attack on all.

http://www.nytimes.com/politics/first-draft/2015/11/15/invoking-nazis-marco-rubio-hits-hillary-clinton-for-not-saying-u-s-at-war-with-radical-islam/?_r=0


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ShortNews, 13.05.13

Der Islamkritiker Michael Stürzenberger hatte bei einer Kundgebung mit einem Plakat, auf dem Heinrich Himmler abgebildet war, beweisen wollen, dass zwischen dem Islam und den Nationalsozialisten eine große Gemeinsamkeit bestehe.

Wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen kam Stürzenberger nun vor Gericht, wurde jedoch freigesprochen, weil das Himmler-Bild nicht "ikonenhaft" dargestellt wurde und zudem kein Hakenkreuz auf der SS-Uniform zu sehen gewesen sei.

Der Aktivist nutzte den Gerichtssaal in München nach seinem Freispruch prompt als politische Bühne, wurde aber von dem Richter ermahnt: Stürzenberger bewege sich auf "sehr dünnem Eis".

http://shortnews.de/id/1026144/islam-mit-nazi-gleichgesetzt-islamkritiker-kommt-vor-gericht-straffrei-davon

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Der Islam-/ Nazi-Vergleich spielte auch im Vorfeld der Ermordung (1995) des damaligen israelischen Ministerpraesidenten Jitzchak Rabin, der sich fuer eine friedliche Loesung des Konflikts mit den Palaestinenern einsetzte, eine Rolle.
Leah Rabin berichtete in ihrer Biographie über Anfeindungen, die sie und ihr Mann durchmachen mussten:
„Auf einer Demonstration in Jerusalem einen Monat zuvor hielt Benjamin Netanjahu am Zionsplatz eine Rede, während irgendjemand ganz in seiner Nähe ein Bild, das Jitzchak in Naziuniform zeigte, vor einer laufenden Fernsehkamera hin- und herschwenkte. ... Schon Monate zuvor waren in der Öffentlichkeit die ersten Poster aufgetaucht, die Jitzchak als Verräter und Mörder brandmarkten. Sie hingen an jeder Straßenecke, an Leitungsmasten, Pfosten und an Laternenpfählen. Fotomontagen zeigten Jitzchak mit der kufiyah, dem arabischen Kopftuch."

Zitiert auf
http://zettelmaus.blogspot.com/2015/10/vor-20-jahren-jitzchak-rabin-bezahlt.html


Dienstag, 14. Juli 2015

Die Paladingruppe

Nachkriegskarrieren von Alt-Nazis (hier: als Militaerexperten und -berater)

Die "Paladingruppe" wurde 1970 von dem ehemaligen SS-Offizier Otto Skorzeny und dem ehemaligen Offizier der US Army James Sanders gegruendet.

"The Paladin Group was created in 1970 in Albufera, near Alicante, in the South of Spain by former SS Colonel Otto Skorzeny and former US Colonel James Sanders" ...
http://en.wikipedia.org/wiki/Paladin_Group

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Aus Wikipedia
   
Die Spinne (German for "The Spider") is believed by some to be a secret organization established and led in part by Otto Skorzeny, Hitler's commando chief, as well as Nazi intelligence officer Reinhard Gehlen[1][2] which helped as many as 600 former SS men escape from Germany to Spain, Argentina, Paraguay, Chile, Bolivia and other countries.
Die Spinne was established by Skorzeny using the cover names of Robert Steinbacher and Otto Steinbauer, and supported by either Nazi funds or, according to some sources, Austrian Intelligence. Later, Skorzeny, Gehlen and their network of collaborators had gained significant influence in parts of Europe and Latin America. Skorzeny travelled between Francoist Spain and Argentina, where he acted as an advisor to President Juan Perón and bodyguard of Eva Perón,[3] while fostering an ambition for the "Fourth Reich" centred in Latin America.[4][5][6]
According to Infield, the idea for the Die Spinne network began in 1944 as Hitler's chief intelligence officer Reinhard Gehlen foresaw a possible downfall of the Third Reich [7] due to Nazi military failures in Russia. T.H. Tetens, expert on German geopolitics and member of the US War Crimes Commission in 1946-1947, referred to a group overlapping with die Spinne as the Führungsring "a kind of political Mafia, with headquarters in Madrid... serving various purposes." [8] The Madrid office built up what was referred to as a sort of Fascist International, per Tetens. [9] According to Tetens the German leadership also included Dr. Hans Globke, who had written the official commentary on the Nuremberg Laws. [10] Globke held the important position of Director of the German Chancellery from 1953 until 1963, serving as adviser for Konrad Adenauer. [11]

The "Fascist International" ...

During the period from 1945 to 1950, Die Spinne leader Skorzeny facilitated the escape of Nazi war criminals from war-criminal prisons to Memmingen, Bavaria, through Austria and Switzerland into Italy. [12] Certain US military authorities supposedly knew of the escape, but took no action. [13]
The Central European headquarters of Die Spinne as of 1948 was in Gmunden, Austria. [14]
A coordinating office for international Die Spinne operations in Madrid, Spain, by Otto Skorzeny, under the control of Generalissimo Francisco Franco, [15] whose victory in the Spanish Civil War was guaranteed by economic and military support from Hitler and Mussolini. When a Die Spinne Nazi delegation visited Madrid in 1959, Franco stated, "Please regard Spain as your second Fatherland." [16]
Skorzeny used the resources of Die Spinne to allow Nazi concentration camp doctor Joseph Mengele to escape to Argentina in 1949. [17]
Die Spinne leader Skorzeny requested the assistance of ultra-wealthy German industrialist Alfried Krupp, whose company controlled 138 private concentration camps under the Third Reich, and this was granted in 1951. Skorzeny became Krupp's representative in industrial business ventures in Argentina, [18] a country which harboured a strong pro-Nazi political element throughout World War II and afterwards, [19] regardless of a nominal declaration of loyalty to the Allies as World War II ended.
With the help of Die Spinne leaders in Spain, by the early 1980s Die Spinne had become influential in Argentina, Chile and Paraguay, including ties involving Paraguayan dictator Alfredo Stroessner. [20]
War Crimes investigator Simon Wiesenthal claimed that Joseph Mengele had stayed at the notorious Colonia Dignidad Nazi colony in Chile in 1979, [21] and ultimately was harboured in Paraguay until his death.
As of the early 1980s, Die Spinne's Mengele was reported by Infield [22] to have been advising Stroessner's ethnic German Paraguayan police on how to reduce native Paraguayan Indians in the Chaco Region to slave labour. [23]
A wealthy and powerful post-World-War-II underground Nazi political contingent held sway in Argentina as of the late 1960s, which included many ethnic German Nazi immigrants and their descendants. [24]

In popular culture ...

The Die Spinne network in Spain is the focus of the 1966 Nick Carter spy novel Web of Spies.

References ...

Otto Skorzeny, Nazi Commando, Dead". The New York Times. July 8, 1975. 
"Nazis: The Deadly Spider". Newsweek. July 21, 1975. 
"Barbie's Postwar Ties With U.S. Army Detailed". Boston Globe. 14 February 1983.
Glenn Infield. The Secrets of the SS. Stein and Day, New York, 1981
Joseph Wechsberg. The Murderers Among Us. McGraw Hill, New York, 1967. pp. 81, 116
T.H. Tetens. The New Germany and the Old Nazis. Random House/Marzani+Munsel, 1961. p. 31 ...

last modified on 14 June 2015
https://en.wikipedia.org/wiki/Die_Spinne


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Aus dem Gedaechtnis
(Quellen heraussuchen):

Der zuegig verurteilte und hingerichtete Terrorist von Oklahoma, US Army Veteran Timothy Mc Veigh, war mit z.T. gleichen Methoden ausgebildet worden wie Angehoerige der SS: Abtrainieren der Toetungshemmung durch Anweisung zum Toeten eines Kaninchens, das zuvor von dem Betreffenden aufgezogen und am Koerper gewaermt und herumgetragen worden war.
- Militaerexperte Grossmann hat die Risiken des Abtrainierens der Toetungshemmung bei Rueckkehr ehemaliger Soldaten in das Zivilleben thematisiert.

Ein Vergleich von "Tornisterschriften" der deutschen Wehrmacht im 2. Weltkrieg und "Field Manuals" der US Army laesst es denkbar erscheinen, dass "Experten" der deutschen Wehrmacht nach dem Ende des 2. Weltkriegs an Strategien der US Army zum "Kampf gegen den Kommunismus" beratend mitgewirkt haben.

Besonders den "Green Berets" wird ein Einfluss von Figuren wie Skorzeny nachgesagt.

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Scandinavian Waffen SS recruiting poster, the forerunner to NATO, the fight against communism!:
Bildquelle:     

https://www.pinterest.com/pin/424675439836478422/

"Scandinavian Waffen SS recruiting poster, the forerunner to NATO, the fight against communism!"
schrieb Francisco Zañartu, der dieses Poster auf Pinterest einstellte.
 
Er meint also, die skandinavische Waffen-SS sei ein Vorlaeufer der NATO gewesen, der gemeinsame Nenner sei der "Kampf gegen den Kommunismus".
 
Dagegen wuerde sich die NATO-Pressestelle sicher heftig verwahren, und mit guten Gruenden. Dennoch, Aufmerksamkeit fuer Kontinuitaeten von Denkmustern aus den 1920er/ 1930er Jahren, als es auch in den USA, Grossbritannien und Westeuropa in einflussreichen Kreisen durchaus Nazi-Sympathien gab, ist sinnvoll.
Stichworte auf diesem Blog (u.a.) Wedemeyer, Condor, Atlantis.

Dienstag, 3. Juni 2014

Was tat Herr Schmidt in Hollywood?


Die Geschichte der Murphy Ranch in Kalifornien ist so bizarr und so unvollständig aufgeklärt, dass sie einen eigenen Post wert ist.

Ich hatte darüber schon in dem Post "McKiernan und andere SS Fans in den USA" berichtet:
http://zettelmaus.blogspot.com/2012/05/was-hat-mckiernan-wirklich-gesagt.html .

Die Hollywood-Connection und die Murphy Ranch sind auch erwähnt in dem Abschnitt "Von der Krim nach Connecticut" in dem Post

http://zettelmaus.blogspot.com/2014/03/krim-krise-und-historischer-krimkrieg.html



Ruinen der Murphy Ranch
Fotostrecke auf
http://californiathroughmylens.com/murphys-
ranch-abandoned-nazi-camp-in-santa-monica/
 .

Nun fand ich dazu noch eine Fotostrecke auf
http://californiathroughmylens.com/
murphys-ranch-abandoned-nazi-camp-in-santa-monica/
 .
 














Seltsam ist, dass über Herrn Schmidt, auf dessen Einfluss die Entstehung dieses Nazi-Camps in der Nähe von Hollywood zurückgeführt wird, so wenig zu erfahren ist.

Ist Herr Schmidt mehr eine Metapher als eine reale historische Figur - eine Metapher dafür, dass alle Nazi-Einflüsse in den USA von deutschen Spionen gekommen sein müssen, und der Gedanke, dass es WECHSELSEITIGE Einflüsse gab, nicht aufkommen darf?


Über das Trio Dietrich Eckart, Alfred Rosenberg und Otto von Kursell und die Publikation ihres Hass-Pamphlets „Gravediggers of Russia“ in Hollywood siehe Post „Bolschewisten-Fratzen in der Karikatur“
http://guttmensch.blogspot.com/2011/08/bolschewisten-gesichter-das.html
Über den Führer der Silver Shirts (SS) und Hollywood-Autor William Dudley Pelley siehe auch Stichwort „Pelley“ auf meinem anderen Blog; z.B. im Post „Auf gut deutsch und Plain English – kleine Bildergalerie“
http://guttmensch.blogspot.com/2013/03/auf-gut-deutsch-und-plain-english.html


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The tracks of Mr. Schmidt

The history of the Murphy Ranch in California is so bizarre and so incompletely understood, that it is worth a post of its own.

I first came across the Murphy Ranch when working on the post "McKiernan and other SS fans in the U.S", and have mentioned about it there:
http://zettelmaus.blogspot.com/2012/05/was-hat-mckiernan-wirklich-gesagt.html
The Hollywood Connection and the Murphy Ranch are also mentioned in the section on Anastase Vonsiatsky ("Von der Krim nach Connecticut") on  http://zettelmaus.blogspot.com/2014/03/krim-krise-und-historischer-krimkrieg.html

More recently, I found a series of photos from the Murphy compound on:  
http://californiathroughmylens.com/murphys-ranch-abandoned-nazi-camp-in-santa-monica/

It is strange that so little is known about Mr. Schmidt, whose influence is said to have led to the development of this Nazi camp near Hollywood.

Is Mr. Smith more of a metaphor than a real historical figure - a metaphor that all Nazi influences in the United States must have come from German spies, and the existence of MUTUAL influences is unthinkable?

About the trio Dietrich Eckart, Alfred Rosenberg und Otto von Kursell and the publication of their hate phamphlet „Gravediggers of Russia“ in Hollywood see Post „Bolschewisten-Fratzen in der Karikatur“
http://guttmensch.blogspot.com/2011/08/bolschewisten-gesichter-das.html

About the leader of the Silver Shirts (SS) und Hollywood author William Dudley Pelley see search word „Pelley“ on my other blog; for example on the post „Auf gut deutsch und Plain English – kleine Bildergalerie“
http://guttmensch.blogspot.com/2013/03/auf-gut-deutsch-und-plain-english.html

Mittwoch, 14. Mai 2014

Pfadfinder und das Hakenkreuz


 

Cordial Thanks from Baden Powell
mit Swastika, 1912

 


But as you know from the account of the Swastika Thanks Badge which I have given you in Scouting for Boys, this symbol was used in almost every part of the world in ancient days, and therefore has various meanings given to it.
It has been found engraved on weapons belonging to the Norsemen. It was also engraved on the spindles used by the ancient Greeks in their- weaving at Troy.
In India rice is spread on the ground in the form of the Swastika at the baptism of a baby boy to bring him luck.
The Indians in North America use it as an ornament, and it has been found engraved on ancient pottery in Peru.


How it got from one country to another, separated as they are by oceans, it is difficult to guess, but some people who say they know all about these things, affirm that there was once a great continent where now there is the Atlantic Ocean, but it went under the sea in an earthquake.
This continent was called Atlantis, and joined up Europe with America.
It was supposed to have four vast rivers running from a central mountain in different directions—North, East, South, and West—and the Swastika is merely a map of Atlantis showing those four rivers rising from the same center.



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Scouts salutieren Baden Powell (1933)
Bildquelle:
http://spookterror.blogspot.com/2010/03/fascists-spies-and-boy-scouts.html

 
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Ähnlich gestaltet: Das Emblem von "Lotta Svärd",
einer finnischen paramilitärischen Frauenorganisation



1920 - 1944

 Bildquelle:
http://20thcenturybattles.com/2013/08/23/lotta-svard-the-women-who-saved-finland/

 

 

Freitag, 13. Dezember 2013

"Es war doch Krieg und ich war ein junger Kerl"


Aus

YouTube
Dann bin ich ja ein Mörder - Die SS Soldaten [Doku deutsch] 

Published on  3 Sep 2013 

Am 29. März 1945 erschießen drei SS-Männer im burgenländischen Ort Deutsch Schützen-Eisenberg knapp 60 ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter. Das Verbrechen ist als "Massaker von Deutsch Schützen" in die Geschichte eingegangen. Einer der mutmaßlichen Mörder ist SS-Unterscharführer Adolf Storms, der für die Tat nie zur Rechenschaft gezogen wurde. 63 Jahre danach hat der Politikwissenschaftler und Historiker Walter Manoschek den unbehelligt als Pensionist in Duisburg lebenden Adolf Storms (1919 -- 2010) gefunden. Für seinen Dokumentarfilm, der schließlich den Titel "... dann bin ich ja ein Mörder" bekommt, spricht Manoschek mit Storms, tatbeteiligten HJ-Führern und den Menschen, die das Massaker überlebten. Er rekonstruiert das Verbrechen und stellt Fragen nach dem Vergessen, dem Verdrängen und der Verantwortung. Dabei verfällt Manoschek nie in die Rolle des Verhörenden. Er bleibt Journalist, der aus seinen Interviewpartnern, vor allem aus Adolf Storms, hermeneutisch und präzise nach und nach die Wahrheit herausholt.

http://www.youtube.com/watch?v=qlOz8H-6J7k



"... das juedisch-bolschewistische System vernichten ..."
General von Manstein
Einer der Wehrmachtoffiziere, die in der neuen Bundeswehr wieder verwendet wurden

http://www.youtube.com/watch?v=TdgxhkpLNUw




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Propagandaplakat der SA:
"Der Terrorismus der Linken ist nur mit noch
staerkerem Terrorismus zu schlagen"
Bild gefunden auf

http://www.encyclopedie.bseditions.fr
/article_complet.php?pArticleId=113&ar

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Mord an „menschlich-orientalischen Wesen“


Aus

My Lai - die Karriere eines Kriegsverbrechens

DIE ZEIT 


Pan Thi Trinh zeigt zwischen zwei Bananenbäumen hindurch auf einen Graben. „Hier an dieser Stelle haben sie gelegen, über hundert Frauen, Kinder und Babys, und alle voller Blut.“ – „Was ist passiert, an jenem 16. März 1968?“ – „Ich war an dem Morgen sehr früh wach“, erzählt die junge Frau, die damals ein l0jähriges Mädchen war. „Ich hörte in der Ferne die Hubschrauber. Wir krochen schnell in unsere Erdlöcher. Eine Stunde lang explodierten Granaten, knatterten Maschinengewehre. Dann war es still. Ich dachte, alles sei vorbei und kroch heraus. Aber da standen drei Soldaten vor mir, auch ein Neger. Die schrien mich an, ich verstand aber nichts. Sie schlugen mit den Gewehren und trieben uns zu unseren Nachbarn und schossen auf uns. Meine Mutter fiel um. Ich hatte einen Schuß im Arm. ‚Lauf weg‘, flüsterte meine Mutter. ’Lauf weg, ganz weit weg.‘ Ich lief nach hinten in eine Kammer, dort lag schon meine Tante mit ihrem Baby. Wir hatten Angst, weil es so laut weinte. Sie haben von draußen in die Kammer geschossen. Das Baby hörte auf, aber dann fing es wieder an, und die Soldaten kamen zurück. Wir hörten ihre Stiefel. Ich lag unter meiner Tante, Sie hat viele Kugeln abgekriegt, ich nur drei. Sie hat geflüstert: ‚Sei still, sei still.‘ Da bin ich eingeschlafen.

Später bin ich aufgewacht. Alles war still. Meine Tante lag tot über mir. Meine Großmutter hatte sich in einem Schrank versteckt, jetzt hing sie halb heraus, die Kugeln waren durch das Holz gegangen. Draußen lag meine Mutter, ihr halbes Gesicht war weg. Viele Häuser brannten, etwas weiter fand ich meine Geschwister, daneben meinen Freund Huang. Dann bin ich an diesen Graben gekommen. Er war voll mit roten Leibern.“

Dort fanden Bauern aus dem Nachbardorf die bewußtlose und blutende Pan Thi Trinh und brachten sie ins Krankenhaus. Fünf Dorfbewohner überlebten das Massaker; 507 starben an diesem Morgen, unter ihnen 173 Kinder, 76 Babys und 60 Greise.

„Glückwünsche den Offizieren und Mannschaften zum ausgezeichneten Gefecht“, telegraphierte General Westmoreland, damals Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte in Vietnam, an die Einheit „Charlie Company“, welche die Unbewaffneten hingerichtet hatte. „128 Gegner im Kampf getötet, 13 Verdächtige festgenommen und drei Waffen erbeutet“ – so hieß es im offiziellen Gefechtsbericht von „Charlie Company“ über das Massaker. Die Aktion prangte auf den Titelseiten der amerikanischen Zeitungen, als großer Schlag gegen die Vietcong, als erfolgreichste Aktion der „Americal“-Division im gesamten Vietnamkrieg. 18 Monate später erfuhren die Amerikaner und der Rest der Welt, was in My Lai wirklich passiert war – eigentlich nur durch Zufall.

Der Soldat Ron Ridenhour, dem Kameraden vom Massaker berichteten, hatte nach seiner Entlassung aus der Army, ein Jahr nach dem Vorfall, einen Brief verfaßt und ihn an 30 Personen geschickt, unter anderem an Präsident Richard Nixon, Senator Edward Kennedy und verschiedene Abgeordnete. Nur zwei der Abgeordneten gingen den Vorwürfen nach und veranlaßten eine (streng geheime) Untersuchung der My-Lai-Aktion. Der Journalist Seymour Hersh kam dahinter und veröffentlichte seine Story in 30 kleineren Zeitungen, nachdem zwei große abgewinkt hatten. Kurz darauf tauchten in Zeitungen Photos vom Massaker auf, aufgenommen vom damals beteiligten Army-Photographen, der sie nun – als Zivilist – für 55 000 Dollar verkaufte.

Calley damals: „Unser Hubschrauber war der erste, der an dem Dorf ankam. Wir sprangen heraus und suchten Deckung. Unsere Bomber bearbeiteten das Dorf noch. Dann kam unser Einsatzbefehl. Wir begannen mit schwerem Feuer [...] Ich kam an ein großes Haus aus Steinen und guckte durch ein Fenster. Sechs oder acht Menschen lagen auf dem Boden. Ein Mann ging gerade zum Fenster. Ich erschoß ihn. Dann stand da ein Mann am Kamin, sah aus, als ob er da rausgekrochen sei. Ich erschoß ihn ... Einer von meinen Leuten hatte sich ein vietnamesisches Mädchen geschnappt, seine Hosen waren schon runter. Es mag altmodisch klingen, aber ich bin gegen Vergewaltigung im Gefecht Das gehört nicht zu unserem Job, das lenkt nur ab ... Meine Männer hatten eine große Gruppe von Dorfbewohnern zusammengetrieben. Wir kamen zu langsam voran. Über Funk beschwerte sich Captain Medina, warum wir so lange brauchen. .Beseitigen Sie diese Leute, aber schnell.’ Ich sagte zu Mitchell: ‚Stell dein Maschinengewehr da bei den drei Bäumen auf ...“ Etwas weiter, an einem Wassergraben, hatten meine Leute einen Haufen Vietnamesen vor sich und schossen auf sie. Ich stellte mich dazu und hielt auch hinein.“ [...]

Grenadier Conti: „Ich sah das Mündungsfeuer, schaute nach unten und sah eine Frau, die versuchte, noch hochzukommen. Lieutenant Calley zielte auf sie und schoß ihren halben Kopf weg.“ [...]

Funker Sledge: Jemand schrie, da ist ein Kind. Es rannte ins Dorf zurück. Lieutenant Calley lief hinterher, grabschte den Kleinen am Arm, warf ihn in den Graben und schoß.“

Calley: „Babys! Die kleinen unschuldigen Babys! Falls Ihr Sohn eines Tages von diesen Babys getötet wird, werden Sie mich anschreien: Warum haben Sie damals diese Babys nicht umgelegt?“ [...]

„O ja, ich habe Mr. Calley immer bewundert und respektiert“, sagt Jack Mickells, in den siebziger Jahren Bürgermeister von Columbus. „Er ist einer der besten Männer, die ich je kennengelernt habe. Er spendet für alle noblen Zwecke. Ich würde alles für ihn tun. Wir haben ihn den ganzen langen Weg unterstützt.“

Entdeckt haben die Bewohner von Columbus ihren hervorragenden Bürger am 5. September 1969. Bis zu diesem Tag war William Calley Jr. ein Niemand: Der 666. Beste eines Jahrganges von 731 Schülern auf der High School, der 120. von 156 Offiziersanwärtern auf der Militärschule in Fort Benning. Zwischen Schule und Militär war er als Tellerwäscher, Busschaffner, Versicherungsdetektiv gescheitert; ein 160 Zentimeter kleiner, unscheinbarer 24jähriger ohne Freund und Freundin, für den der Krieg die letzte Chance war, aus seinem Leben noch etwas zu machen. Seine 26 Untergebenen dirigierte er mit dem Standardsatz: „I’m the boss.“ Er erkämpfte sich einen „Bronce Star“ und das „Purple Heart“ und verlängerte freiwillig seinen Dienst in Vietnam. Als das Pentagon ihn von der Front ins Heimatfort beorderte, dachte er: „Jetzt kriege ich noch einen Orden.“

Am 5. September 1969 verkündete die Armee, nach Abschluß der Voruntersuchungen und 18 Monate nach dem Massaker, daß Lieutenant William Calley Jr. wegen Mordes an 102 „menschlichorientalischen Wesen“ angeklagt sei. Die Zeitungsmeldung erregte noch kein großes Aufsehen, erst als die Bilder vom Massaker erschienen, schreckten die Amerikaner auf. Nachdem sich das erste Entsetzen gelegt hatte, beruhigten sie sich mit der Feststellung, daß ein Amerikaner wohl nicht ohne Grund 102 Vietnamesen töte. Im November 1970, als im Fort Benning in Columbus der Militärprozeß gegen Calley begann, war der Lieutenant schon ein Volksheld, ein Opfer und kein Täter mehr.

In Columbus konnte er in den Restaurants kostenlos essen, aus allen Teilen der Staaten bekam er von Familien Briefe mit Einladungen, und die Offiziere klopften ihm auf die Schulter. Unbefangene Geschworene waren kaum zu finden; ein für das Amt vorgeschlagener Hauptmann äußerte gar, der Angeklagte gehöre nicht bestraft, sondern befördert.

Als Calley schließlich zu lebenslänglich Gefängnis verurteilt wurde, wegen 22fachen vorsätzlichen Mordes, schlug ihn das Volk endgültig zum Märtyrer. „Sie haben ihn gekreuzigt“, riefen Menschen vor dem Gerichtsgebäude. Mehr als 100 000 Telegramme überschwemmten das Weiße Haus. Selbst Vietnamkriegsgegner forderten „free Calley“. Hunderte von Soldaten erklärten: „Wir haben das gleiche getan wie Calley, verurteilt uns auch!“

Calley war zum Inbegriff des pflichtbewußten amerikanischen Soldaten geworden, der tut, was man ihm befohlen hat, und dafür verurteilt wird. Calleys Verteidiger: „Sie waren gute amerikanische Jungs, die zum Töten erzogen, und zum Töten nach Übersee geschickt wurden, denen das Töten befohlen wurde und die nun Mörder sein sollen, weil sie ihren Job gemacht haben?“ [...]

Calley: „Ich habe an diesem Tag in My Lai keinen Menschen getötet, nicht ich als Person tat es. Ich tat es für die Vereinigten Staaten von Amerika, mein Land. Und wir waren nicht da, um menschliche Wesen zu töten. Wir waren da, um eine Ideologie zu töten. Um den Kommunismus zu zerstören.“ [...]

Dörfer und ihre Bewohner zu zerstören, um sie vor den Kommunisten zu retten, das war Teil der amerikanischen Strategie im Vietnamkrieg. Ganze Landstriche wurden zur free-fire-zone erklärt, die Bevölkerung dieser Gebiete zum Verlassen ihrer Häuser aufgefordert, und fortan war jedes menschliche Wesen in diesen Zonen Freiwild. Bomben, in 10 000 Meter Höhe irgendwo über den Wolken ausgeklinkt, töteten hier Zehntausende Zivilisten. Calleys Verteidiger: „Es ist in Ordnung, wenn die Air Force Städte bombardiert. Es ist in Ordnung, wenn die Artillerie Gebäude zusammenschießt und das Leben aller auslöscht. Aber wenn ein Infanterist sein Gewehr für den gleichen Zweck einsetzt, soll das auf einmal falsch sein?“ Calley: „Was ist ein Massaker? Eine Atombombe auf Hiroshima ist kein Massaker, aber hundert Leute sind eins?“ [...]

Je länger der Prozeß dauerte, um so gewöhnlicher, normaler, alltäglicher wurde das Massaker von My Lai. Colonel Oran Henderson, der Kommandeur von Calleys Brigade, konnte schließlich erklären: Jede Brigade in Vietnam hatte ihr My Lai, aber nicht jede hatte einen Ridenhour, der es verrät.“ [...]

Prozeßbeobachtern war aufgefallen, daß der Anwalt von Calley während der sechsmonatigen Verhandlung wenig getan hatte, um höhere Militärs zu belasten oder sie vor Gericht zu laden. Der Ankläger hielt sich strikt daran, nur Calleys Verhalten anzuklagen: „Er (Calley) veranstaltete das ganze Unternehmen in eigener Initiative und auf seine eigene Art.“ Von dem anfangs von Militärjuristen geäußerten Vorhaben, einen Massenprozeß nach dem Vorbild der Kriegsverbrecherprozesse von Nürnberg abzuhalten, war nicht mehr die Rede. 25 Mitwisser und Mittäter hatte die militärische Untersuchungskommission ermittelt, Calley jedoch wurde als einziger verurteilt. Nur fünf Soldaten wurden überhaupt vor Gericht gestellt.

Ein Sergeant wurde mit der Begründung freigesprochen, er habe lediglich Befehle ausgeführt. Einer seiner Richter erklärte: „Ein Soldat sollte auch ungesetzlichen Befehlen eines Offiziers gehorchen, denn er ist ein blinder Vollstrecker der Anordnungen seines Vorgesetzten.“ Calleys Divisionskommandeur Koster, zum Zeitpunkt der Ermittlungen Leiter der Offiziershochschule „West Point“, wurde von der Beschuldigung freigesprochen, das Massaker zumindest vertuscht zu haben. Sein Richter war Lieutenant General Seaman, als Kommandeur der 1. US-Division beschuldigt, in Vietnam für besonders grausame Morde an Zivilisten verantwortlich zu sein.

„Es ist uns offensichtlich nicht gelungen, das zu lernen, was wir uns angemaßt haben, in Nürnberg zu lehren“, urteilte resigniert der amerikanische Hauptankläger bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen, Telford Taylor. Der pensionierte General forderte vergeblich, den Oberbefehlshaber in Vietnam, William Westmoreland, vor Gericht zu stellen.
Auch als Verurteilter blieb Calley seiner Regierung ergeben und sah sich als Sündenbock für Volk und Army. Calley über seine Rolle: „In den Zeitungen ein Haufen von toten Frauen, Kindern und Babys. Die amerikanische Regierung konnte nicht sagen, oh, so ist es überall in Vietnam. Sie mußte zwei Millionen Kriegs Veteranen und 100 Millionen Bürger schützen. Sie mußte jedermann sagen: ‚Ein verrückter Killer hat es getan.‘“ [...]

Massaker wie in My Lai und My Khe habe es Anfang März 1968 in 31 Orten Südvietnams gegeben, behauptete damals die vietnamesische Befreiungsfront. Die Aktion solle die Bevölkerung einschüchtern und von der Unterstützung der während der Tet-Offensive so erfolgreichen Partisanen abhalten. [...]

Bereits unmittelbar nach dem Schuldspruch hatte sich Nixon in das Calley-Verfahren eingemischt. Der Präsident ordnete an, den Verurteilten aus dem Gefängnis von Fort Leavenworth zu entlassen und bis zu seiner Berufungsverhandlung lediglich unter Hausarrest zu stellen. Calley durfte in seine Wohnung im Militärstützpunkt nach Columbus zurückkehren und eine Sekretärin zur Erledigung seiner Fan-Post beschäftigen. Der Ankläger der Army schrieb Nixon einen entsetzten Brief [..]

Fünf Monate nach Calleys Verurteilung zu lebenslanger Haft reduzierte die Army seine Strafe auf 20 Jahre Arrest. Nixons Heeresminister Callaway kürzte noch einmal, auf zehn Jahre, und entließ Calley nach Verbüßung von dreieinhalb Jahren endgültig aus dem Militärgefängnis. Der Lieutenant habe während des Massakers geglaubt, „in Übereinstimmung mit den Befehlen zu handeln, die er erhalten habe“, erklärte der Minister, außerdem sei er „nur einer von vielen, die in diese Affäre verstrickt seien“. Da es keine Anzeichen dafür gebe, daß Calley eine Gefahr für irgend jemanden sei, könne man ihn freilassen. [...]

Der Massenmörder verließ das Gefängnis als gemachter Mann. In Columbus war seine Popularität am größten, und so blieb Calley dort, wo sein Leben diese glückliche Wendung genommen hatte. In der Nähe von Fort Benning, dort, wo er vom Durchschnittsamerikaner zum Lieutenant ausgebildet worden war, und wo er des mehrfachen Mordes an „menschlichen orientalischen Wesen“ schuldig befunden wurde, kaufte er sich von dem Geld, das er für Interviews bekommen hatte, ein Haus. Der berühmteste Bürger von Columbus blieb nicht lange allein. Sein Leben lang hatte Calley kein Glück bei den Frauen gehabt, nun interessierte sich die Tochter des Juweliers Vick für den tapferen Soldaten. Er heiratete sie – und den Laden ihres Vaters. Rambo war Juwelier geworden. [...]

Drei Sack Reis hat Pan Thi Trinh von der südvietnamesischen Regierung als Wiedergutmachung bekommen, damals, als das Massaker durch die Zeitungen ging. Von der amerikanischen Regierung hat sie bis heute nichts erhalten. [...]

Aus Calleys Juwelierladen tritt ein GI im Kampfanzug. Ich steige aus dem Auto aus, folge ihm und spreche ihn an. Er stammt aus Atlanta und ist zur Ausbildung im Fort Benning; noch immer befindet sich in Columbus eines der größten Trainingscamps der Army. Von My Lai hat er gehört, schlimm sei das gewesen. Es gebe einen Trainingsfilm über die Behandlung von Zivilisten im Krieg, der werde den GIs zur Abschreckung gezeigt. „Uns wird gesagt, daß wir solche Befehle verweigern müssen.“ Lieutenant Calley? Nie gehört. [...]

Sie hatten gerade den Film „Iron Eagle“ gesehen: Der Sohn eines in Vietnam mehrfach ausgezeichneten Kampffliegers stiehlt eine F-16, um damit seinen inzwischen „irgendwo in Nordafrika“ in Gefangenschaft geratenen Vater aus den Klauen eines unberechenbaren Diktators freizubomben. Laut johlend hatte das GI-Heer im Kino jeden Treffer gefeiert. Im Vorprogramm lief die Ankündigung des Films „Top Gun“: Der Sohn eines in Vietnam verschollenen Fliegerhelden schießt sich zum Top-Flieger hoch und holt im Finale mehrere sowjetische MIGs vom Himmel – trampelnder Beifall.

Zehn Jahre nach seinem Ende verwandelt sich der Vietnamkrieg auf der Leinwand in einen Krieg voller Heldentaten, der nur deswegen nicht gewonnen wurde, weil die Männer mit den nackten Oberkörpern nicht so bomben und töten durften wie sie wollten; nun soll zumindest in Breitwand das unfinished business zu Ende gebracht werden, in Vietnam, Libyen und überall sonst, wo diese gooks und dyinks hausen.

„Ich fühle mich diesen Leuten überlegen. Ich bin der Amerikaner von der anderen Seite des Ozeans. Ich kann es diesen Leuten zeigen“ (Calley).

Einer der Soldaten im Kino trägt ein T-Shirt mit dem Aufdruck: Join the Army, travel to distant countries, meet interesting people – and kill them.“ [...]

Der Vietnamkrieg wurde während des vergangenen Jahrzehnts einer Schönheitskur unterzogen. „Ich denke, die Amerikaner haben in Vietnam einen guten Eindruck gemacht“, sagt der Ex-GI und „Dallas“-Star Ray Krebs. „Meine Einheit hat ausgezeichnete Arbeit geleistet. Ich bin den Leuten überlegen, die diese Erfahrungen nicht gemacht haben.“ Am diesjährigen Memorial Day erklärte der Präsident der Amerikaner die Jungs von Vietnam“ zum Vorbild für die heutige Jugend: „Sie entschieden sich, ehrlich zu sein. Sie entschieden sich, dem modischen Skeptizismus ihrer Zeit zu widerstehen. Sie entschieden sich, dem Ruf der Pflicht zu folgen.“

„Ich führe meine Befehle aus. Dafür ist die Armee da. Wenn die Amerikaner sagen: ‚Löscht Südamerika aus‘, wird es die Army machen. Wenn eine Mehrheit sagt, Lieutenant, los, massakrieren Sie tausend Feinde, werde ich tausend Feinde massakrieren“ (Calley).

Die völkische Gehirnwäsche, die in zehn Jahren aus einem viehischen Krieg eine noble Sache gemacht hat, findet außer in Präsidentenreden im Kinosaal statt. Im Kino-Center von Columbus waren fünf von sechs Filmen hochmoderne Kriegsstreifen, in denen der Vietnamkrieg weitergeführt oder woanders neu begonnen wird. Die GIs auf der Leinwand zeigen ihren Kollegen im Parkett, wie geil Krieg ist, wie erotisch der Luftkampf und wie orgiastisch der Abschuß ist – Krieg als die Fortsetzung des Lebens mit lustigen Mitteln.

„Vier fünfzig-kalibrige Maschinengewehre am Heck gaben Dauerfeuer: das war Ballerei à gogo. Das ist das Großartigste auf der Welt... Ein LSD-Trip ist in etwa so wie ein Morgen in My Lai. Oder sonstwo. Hinterher fragst du dich: Nun, was habe ich getan, einen Haufen Deutscher oder Japaner oder Vietnamesen umgebracht. Big goddamn deal“ (Calley).

„Damals“, so sagte ein Vietnam-Veteran am Memorial Day in einer Fernsehsendung, „fanden alle meine Freunde Krieg fürchterlich, aber ich ging nach Vietnam. Heute habe ich das komische Gefühl, Krieg ist schick geworden, und ich komme mir vor, als sei ich nicht von heute.“ Keiner verkörpert den Sinneswandel besser als „Rambo“ Sylvester Stallone. Während des Vietnamkrieges entzog sich Stallone dem Wehrdienst und diente als Leibwächter in einem Schweizer Mädcheninternat, heute ist Rambo der Rammbock der modernen Kriegsmentalität. [...]

Ein Mercedes-Kombi fährt vor. Calley eilt aus dem Laden, hinter einer Aktentasche sein Gesicht verbergend, und schlüpft in den Fond des Wagens. Seine Frau sitzt am Steuer und gibt Gas. [...]

Mitarbeit: Stefanie Rosenkranz

http://www.zeit.de/1986/38/my-lai-die-karriere-eines-kriegsverbrechers

Montag, 12. November 2012

Der Torpedo: Eine Abschreckungswaffe - glaubte sein Erfinder


Auf Robert Whiteheads Rolle in der modernen Kriegstechnologie kam ich über eine Suche zu Otto (II) von Bismarck, bis 1936 Erster Sekretär an der Botschaft in London, NSDAP-Mitglied und Ansprechpartner für Angehörige von Owald Mosleys "British Union of Fascists" (BUF).
Siehe den Post "Liebe ist das Größte" (aber nur, wenn genetisch korrekt) - Marie Stopes an Adolf Hitler auf meinem andern Blog Menschenrechte statt Eugenik

http://guttmensch.blogspot.com/2011/07/liebe-ist-das-grote-aber-nur-wenn.html

Otto (II) von Bismarck war ein Enkel des "Eisernen Kanzlers" - und von Robert Whitehead, dem Gründer etlicher Waffenfabriken in Europa.
Könnte es sein, dass dieser Umstand zu einer Tradition unbelehrbaren Waffen-Lobbyismus in Europa beitrug und beiträgt?




Aus Wikipedia (gekürzt):

Robert Whitehead (* 3. Januar 1823 in Bolton, England; † 14. November 1905) war ein britischer Ingenieur und Konstrukteur, der zusammen mit Giovanni Luppis die ersten Torpedos mit eigenem Antrieb und Selbststeuerung entwickelte. Damit schuf er eine Waffe, die beide Weltkriege (U-Boot-Krieg) entscheidend beeinflusste. …
1864 schloss Whitehead einen Vertrag mit dem Ingenieur Giovanni Luppis, um dessen 1860 erfundenen ersten Prototyp eines selbstangetriebenen Torpedos weiterzuentwickeln. Luppis hatte vorher in der österreichischen Marine gearbeitet und versuchte nun, seine Idee einer neuen Waffe umzusetzen. …
1875 gründete er die Whitehead-Werft in Fiume. … 1891 eröffnete er eine Fabrik nahe Portland Harbour, da die britische Marine seine Torpedos in großen Stückzahlen bestellen wollte, aber darauf bestand, dass diese in Großbritannien hergestellt werden. 1895 verbesserte er die Selbststeuerung durch den Einbau eines Kreiselinstruments (Gyroskop), einer Entwicklung des Österreichers Ludwig Obry. …
Robert Whitehead starb am 14. November 1905. Bis dahin wurde er bereits in mehreren Ländern für seine Erfindungen und Leistungen vielfach ausgezeichnet
, jedoch nicht in seinem Heimatland England. …
Whitehead heiratete 1846 Francis Maria Johnson. Sie hatten eine Tochter, Alice, und zwei Söhne, John, der ihm auch bei seinen Torpedoversuchen half, und James. Seine Tochter Alice heiratete 1869 den Grafen Georg Hoyos (Freiherr zu Stichsenstein), welcher etwas später die Whitehead-Werft aufkaufte und in Silurifico Whitehead umbenannte. John Whitehead, Roberts ältester Sohn, der seinem Vater schon bei der Entwicklung des Torpedos behilflich war, wurde als Direktor angestellt. John arbeitete in den 1880ern u.a. mit Ernst Mach zusammen.
Die Tochter aus der Ehe von Alice mit dem Grafen, Marguerite Hoyos, heiratete wiederum den Sohn des deutschen Reichskanzlers, Herbert von Bismarck. …
http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Whitehead_(Ingenieur)

GRAY, EDWIN: The Devil's Device - The story of the invention of the torpedo. LONDON. SEELEY SERVICE, 1975.
Aus der Buchbeschreibung des Verlags
(Hervorhebung in Fettdruck von mir: Whitehead glaubte, eine Abschreckungswaffe entwickelt zu haben – tatsächlich wurde der Torpedo zu einer vielfach eingesetzten Vernichtungswaffe):


The story of Robert Whitehead, inventor of the torpedo. Without the torpedo,the submarine would still be a nautical toy of little military value and 25,706,096 tons of merchant shipping might not be rusting on the sea-bed. Without the torpedo Jutland could well have been an overwhelming British victory and the Battle of the Atlantic need never had been fought.
Whitehead, a relatively unknown engineer exerted more influence over the tactics of naval warfare and the design of warships than all the world's top Admirals and naval architects put together. And the weapon he created twice brought Britain to the verge of defeat. Gray tells, for the first time,the story of Whitehead's life tracing the development of the torpedo from it's birth to today's missile age. A hard working engineer from Bolton-le-Moor Lancashire, benevolent and devoted family man who proudly watched his children marry into the cream of European Society. A self-made millionaire with extravagant and eccentric tastes, by his single-minded determination gave the world's Admirals the 'Devil's Device' - a weapon he fondly believed would make warfare at sea something too terrible to contemplate. Little did he realise he was to become one of the greatest single architects of destruction in the history of mankind.





Bilder unten:
Mussolini besucht die Whitehead-Torpedofabrik in Fiume (1925)
Gefunden auf: http://www.mymilitaria.it/Liste_02/siluro_whitehead.htm
(Stempel einer internationalen Foto-Agentur auf der Rueckseite:
Oscar Kersenbaum, representante de Wide World Photo, Defensa 320, Buenos Aires”)





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Nachtrag 05.05.2013

Erstaunlich, wie wenig die Verbindung der Whitehead-Nachfahren (Whitehead-Bismarck-Hoyos) zu der Torpedofabrik in Fiume thematisiert wird, und wie wenig Genaues darüber bekannt ist.
Zum Beispiel schreibt Jobst C. Knigge ausführlich über den Einsatz des Whitehead-Enkels Otto (II) von Bismarck als Diplomat in Rom 1940-1943 und erwähnt dessen Verbundenheit und die seiner Familie mit Italien. (“Schon lange liebte Bismarck Italien. Sein Bruder Albrecht (Eddi) lebte bereits seit längerer Zeit auf Capri. Er hat ihn dort mehrfach besucht. Auch AnnMaries Familie war eng mit Italien verbunden. Ihr Vater Ivar Tengbom hatte als Architekt die Schwedische Akademie in Rom entworfen, die 1925 eröffnet wurde.”)
Knigge erwähnt auch, dass Otto von Bismarck und der Torpedo-Erfinder Whitehead Bismarcks Großväter waren. Aber – kein Wort über Fiume, das 1924 von Italien annektiert worden war, und über die Whitehead-Torpedofabrik.


Jobst C. Knigge: Das Dilemma eines Diplomaten - Otto Christian von Bismarck in Rom 1940-1943. Neue erweiterte Version. Humboldt Universität Berlin (open access) 2013

Und im deutschen Wikipedia-Eintrag zu “Freistaat Fiume” (zuletzt geändert am 28. März 2013) suchte ich vergeblich nach einem Hinweis auf die 1875 gegründete Whitehead-Torpedofabrik.
Auszug aus Wkipedia:

Der Freistaat Fiume, auch Freistaat Rijeka (italienisch: Stato libero di Fiume, kroatisch: Slobodna Država Rijeka), war ein unabhängiger Freistaat um die heute als Rijeka zu Kroatien gehörende Stadt Fiume, der von 1920 bis 1924 bestand. Das Staatsgebiet umfasste die Stadt Fiume und das nördliche Umland sowie einen Korridor, der es mit Italien verband, insgesamt eine Fläche von 28 km². [...]
Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Zusammenbruch Österreich-Ungarns wurde die Frage des Status von Fiume zu einem internationalen Problem.[...] Der amerikanische Präsident Woodrow Wilson wurde zu einem Vermittler im jugoslawisch-italienischen Disput über die Zukunft der Stadt.Er schlug vor, dass Fiume unabhängig und eventuell ein zukünftiger Sitz des Völkerbundes werden sollte.
Der Streit zwischen dem südslawischen Nationalkomitee und dem italienischen Nationalkomitee führte zu gesetzlosen Zuständen und schließlich zur Landung britischer und französischer Truppen, die die Kontrolle in der Stadt übernahmen. Die nach wie vor ungeklärte politische Situation wurde von dem italienischen „präfaschistischen“ Nationalisten und Dichter Gabriele D’Annunzio genutzt, der Fiume mit seinen anarcho-faschistischen Truppen am 12. September 1919 besetzte. Nach einer 15-monatigen Zeit gesellschaftlichen Chaos und ein Jahr nach dem Scheitern von Verhandlungen mit der italienischen Regierung proklamierte D'Annunzio die Italienische Regentschaft am Quarnero.


Am 12. November 1920 unterzeichneten das Königreich Italien und das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen den Grenzvertrag von Rapallo, in dem beide Parteien die Anerkennung eines freien und unabhängigen Freistaates Fiume vereinbarten und sich verpflichteten, dessen Unabhängigkeit in Ewigkeit zu respektieren. Mit diesem Akt war der „Freistaat Fiume“ geschaffen, der als unabhängiger Staat „de facto“ etwa ein Jahr und „de jure“ vier Jahre existieren sollte. Der neue Staat wurde umgehend von den Vereinigten Staaten, Frankreich und Großbritannien anerkannt. D'Annunzio lehnte den Vertrag ab und wurde in der „Blutigen Weihnacht“ vom 24. bis 30. Dezember 1920 von regulären Truppen der italienischen Armee aus der Stadt vertrieben.
Im April 1921 bestätigten die Wähler in Fiume den Plan des italienischen Ministerpräsidenten zur Gründung des Freistaates [...] Der Führer der Autonomisten Riccardo Zanella wurde Präsident.

Am 3. März 1922 übernahmen die Faschisten mit einem Staatsstreich die Macht, die legale Regierung floh nach Kraljevica.
Im Januar 1924 stimmte das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen in dem Vertrag von Rom der Annexion der Stadt durch Italien zu, die am 16. März vollzogen wurde. Die Exilregierung des Freistaats erklärte die Besetzung für unrechtmäßig und nach internationalem Recht für ungültig und setzte ihre Aktivitäten fort.
Mit der Kapitulation Italiens im Zweiten Weltkrieg wurde die Rijeka-Frage wieder aktuell. [...]

Mit dem Friedensvertrag von Paris wurden Rijeka und Istrien 1947 offiziell Teil der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien. [...]
Der Virtuelle Freistaat Rijeka ist eine moderne Mikronation, die in Rijeka gegründet wurde, um die Traditionen des Freistaates Fiume wiederzubeleben und den Freistaat wiederherzustellen. Viele Bürger von Rijeka waren aus nationalistischen oder ideologischen Gründen ins Exil gegangen. Sie gründeten weltweit freie Stadtbezirke von Rijeka.[…]


Siehe auch:
Die Gräueltat zum Anlass der Abrechnung nehmen: Der tragische "Erfolg" der Mission Hoyos (1914)